Liebe Besucher*innen, aktuell bereiten wir die Neugestaltung der Schausammlungen Wien 1900 und Teppiche vor. Aus diesem Grund bleiben die Räume geschlossen, auch die Entwurfszeichnungen für den Stoclet Fries von Gustav Klimt sind derzeit nicht zu sehen. Freuen Sie sich mit uns auf die Präsentationen, die in der Tradition des MAK gemeinsam mit Künstler*innen erarbeitet werden. 
MAK – Museum für angewandte Kunst
Wien 1900. Auf dem Weg in die Moderne mit Markus Schinwald
Eröffnung: Di, 24.2.2026, 19 Uhr 

Textilien und Teppiche mit Studio FormaFantasma
Eröffnung: Di, 24.3.2026, 19 Uhr 

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Als faszinierend vielschichtige Kulturepoche ist die Wiener Moderne längst zum Mythos geworden. Das ebenso facetten- wie folgenreiche Design und Kunstgewerbe dieser Zeit stellt das MAK in den Fokus seiner Schausammlung Wien 1900 und zeigt dabei neben vielen anderen Arbeiten auch jene von Koloman Moser, Gustav Klimt und Dagobert Peche.

Drei große Schausäle im 1. Stock widmen sich umfassend dem Phänomen WIEN 1900. Design / Kunstgewerbe 1890–1938. Die seit 2013 bestehende, vom Wiener Architekten Michael Embacher gestaltete Präsentation folgt einem chronologischen Aufbau: von der Überwindung des Historismus Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1938.
 
Der erste Raum thematisiert die Suche nach einem modernen, demokratischen Stil. Möbeldesigns von Otto Wagner, Koloman Moser und Adolf Loos lassen die Etappen dieser Suche nachvollziehen, flankiert von den internationalen Einflüssen der Wiener Moderne: Kunstgewerbe aus England, Frankreich und Japan.

Der zweite Raum beschäftigt sich mit der Idee des Gesamtkunstwerks und dem Höhepunkt der Wiener Moderne, deren zentrales Merkmal die Sehnsucht nach individuellem Ausdruck war – sie brachte besonders radikale Lösungen hervor. Neben den ikonischen Designs der Wiener Werkstätte, beispielsweise dem Waerndorfer-Besteck von Josef Hoffmann, ist Gustav Klimts Werkzeichnung für ein Wandmosaik im Brüsseler Palais Stoclet, die sich über acht Meter erstreckt, ein Highlight des Raumes.


Christian Witt-Dörring
Wien 1900 / Fokusführungen
Begleiten Sie uns durch die schillernde Welt der Wiener Moderne. In wöchentlich wechselnden Themenführungen geben wir spannende Einblicke in das Wien vor 100 Jahren.  In den Führungen zu dieser faszinierend vielschichtigen Epoche tauchen wir in Erzählungen zu geschichtlichen Kontexten, Produktgeschichten und Persönlichkeiten der Wiener Werkstätte ein und lassen sie von Neuem erstrahlen.
 
jeden Sonntag, 16.30 Uhr
MAK/GUIDE erschienen anlässlich der Neuaufstellung der MAK-Schausammlung WIEN 1900, herausgegeben von Christoph Thun-Hohenstein, mit Beiträgen von Rainald Franz, Sebastian Hackenschmidt, Barbara Karl, Peter Klinger, Kathrin Pokorny-Nagel, Elisabeth Schmuttermeier, Christoph Thun-Hohenstein, Johannes Wieninger und Christian Witt-Dörring. Deutsch/englisch, 224 Seiten, rund 100 Farbabbildungen, 24 x 12,5 cm, Borschur, MAK Wien / Prestel Verlag, 2013. Erhältlich im MAK Design Shop
Das MAK hörend erleben! Erkunden Sie das MAK mit dem digitalen MAK Guide. Audiostücke und hochauflösendes Bildmaterial lassen Sie MAK-Objekte und ihre Geschichten auf ganz neue Art erleben. Kostenlos und ohne Download am eigenen Smartphone unter guide.MAK.at 
Der dritte Raum verfolgt den Weg zum Internationalen Stil. Der mittlerweile etablierte Wiener Stil wird in Kombination mit internationalen Design-Klassikern der Zwischenkriegszeit präsentiert.

Wien um 1900 war eine pulsierende, von Gegensätzen geprägte Metropole und ein kulturelles Zentrum in Europa. Die in den Schausälen vertretenen Architekt*innen, Künstler*innen und Gestalter*innen gingen mit ihren Designs der Frage nach, wie Menschen im anbrechenden 20. Jahrhundert wohnen, arbeiten und (zusammen-)leben würden. Ihre Antworten reichen von avantgardistischen Neuschöpfungen bis hin zu Rückgriffen auf die Biedermeierzeit. Das Durchschreiten der Säle ermöglicht ein tiefgreifendes historisches Verständnis dieser prägenden Epoche.
 
Als Secessionismus und Jugendstil bezeichnet, dient das Design und Kunstgewerbe dieser vibrierenden Zeit heute wie kein anderes der österreichischen Identitätsstiftung. Dem Rechnung zu tragen, aber auch neue Fragen aufzuwerfen wird Ausgangspunkt für die Neukonzeption der Schausammlung Wien 1900 in den kommenden Jahren sein.