Ideen, die erst Jahre später zum Zeitgeist wurden, nahm er vorweg und übersetzte sie auf eine internationale Bühne – stets in kritischer Distanz zu kurzlebigen Trendzyklen. So entstand ein Werk, das bis heute konzeptionelle und ästhetische Aktualität besitzt.
Der kuratorische Rahmen der Ausstellung ist im MAK Helmut Lang Archiv verankert und greift Langs Konzept der
Séance de Travail – „Arbeitssitzung“ – als Prozess kontinuierlichen Experimentierens, Verfeinerns und Erneuerns auf. Langs wegweisende Strategien bilden dabei eine zentrale Erzählung: Entlang der Themen IDENTITY, SPACE, SÉANCE DE TRAVAIL, MEDIA & CULTURAL PRESENCE, ARTIST COLLABORATIONS und BACKSTAGE wird sein Werk sowohl in seiner Komplexität wie auch in seiner inneren Kohärenz erfahrbar – als Teil eines größeren kulturellen Narrativs.
Zwischen Wien, Paris und New York definierte Helmut Lang die Rolle der Mode im Spannungsfeld von Architektur, Kunst, Medien und urbaner Kultur grundlegend neu. Er entwickelte ein unverwechselbares ästhetisches Vokabular, das Kleidung als intellektuelle, sinnliche und kulturelle Praxis begreift – nicht als bloßes Produkt. In Kampagnen, urbanen Interventionen, Flagship Stores und in der Zusammenarbeit mit Künstler*innen unterschiedlicher Medien verschob er die Grenzen zwischen kreativen Disziplinen und etablierte eine neue Form von Sichtbarkeit durch Relevanz. Emotionale Resonanz stand dabei über Konsum, verbunden mit einem frühen Bewusstsein für Fragen von Authentizität, Transparenz und der Politik der Repräsentation.
Geprägt von interdisziplinärem Denken, Egalitarismus, kultureller Sensibilität und persönlichem Engagement hat Helmut Lang mehr als nur Modegeschichte geschrieben. Sein Œuvre zwischen 1986 und 2005 zeigt, wie eine konsequent formulierte Vision soziale wie individuelle Paradigmen verschieben kann – und macht ihn zu einer Schlüsselfigur der zeitgenössischen Kultur sowie zu einer nachhaltigen Inspirationsquelle für heutige und kommende Generationen.
„Das MAK Archiv ist als ‚lebendiges Archiv‘ gedacht. Ich hoffe, es inspiriert andere, den Mut zu haben, ihre eigene Stimme zu finden. Die Vergangenheit ist nie einfacher als die Gegenwart; die Gegenwart ist immer die Möglichkeit.“— Helmut Lang
Kuratorin, szenografische Idee:
Marlies Wirth, Kuratorin Digitale Kultur, Kustodin MAK Sammlung Design
Wissenschaftliche Beratung:
Lara Steinhäußer, Kustodin MAK Sammlung Textilien und Teppiche
Projektassistenz und Visualisierung der szenografischen Idee:
Felix Kofler, MAK Sammlung Design
Assistenz und wissenschaftliche Mitarbeit MAK Helmut Lang Archiv:
Helena Grünsteidl, MAK Sammlung Textilien und Teppiche,
Nicole Miltner, Museumsdatenbank
Ausstellungsgestaltung:
Philipp Krummel
Grafische Gestaltung:
Lisa Penz, David Gallo
Partner